Ausbildung und Karriere im öffentlichen Dienst (2024)

Ausbildung und Karriere im öffentlichen Dienst (1)

Prävention + Vorsorge

Wer heute eine Stelle sucht, sollte sich nicht nur auf die freie Wirtschaft konzentrieren. Auch Behörden oder öffentliche Verwaltungen benötigen qualifiziertes Fachpersonal und bieten attraktive Arbeitsbedingungen. Zusätzliche Vergünstigungen und die große Vielfalt der Berufe machen den öffentlichen Dienst zu einer lohnenswerten Alternative in der Karriereplanung.

Ausbildung und Karriere im öffentlichen Dienst (2)

Von wegen „verstaubter Schreibtisch“

Die Arbeitsfelder von Beamten sind alles andere als langweilig und eintönig. Die verschiedenen Verwaltungen der Länder, Kommunen und Städte bietenviele spannende Jobs– vom Musiker bis zum Ingenieur, vom Hausmeister bis zum Chirurgen. Auch bei der Feuerwehr, der Forstverwaltung, in verschiedensten wissenschaftlichen Diensten, in Schulen, bei der Polizei und den Ministerien oder der Bundeswehr verrichten Beamte ihren Dienst. Als Beamter kann man dievielfältigsten Berufsinteressenumsetzen.

Auch im öffentlichen Dienst muss gespart werden und gerade im Lehrerberuf ist dieTendenz zu Angestelltenverträgen und rückläufigen Verbeamtungenerkennbar. Das gilt jedoch nicht für alle Berufsgruppen, denn der öffentliche Dienst bietet eine breit gefächerte, fundierte Ausbildung und damit auch die Chance auf viele interessante und abwechslungsreiche Tätigkeiten.

Einsicherer Arbeitsplatz, angemessene Bezahlung, gute Sozialleistungen und Aufstiegsmöglichkeitenmachen gerade eine Beamtenlaufbahn zu einem attraktiven Karriereweg und einer echten Alternative zur freien Wirtschaft.

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Größter Arbeitgeber Deutschlands

Mit rund 5 Millionen Beschäftigten im Jahr 2021 ist der Staat dergrößte deutsche Arbeitgeber. Behörden und öffentliche Verwaltungen der Kommunen, des Bundes und der Länder benötigen ständig ausreichend qualifiziertes Fachpersonal für die unterschiedlichsten Aufgaben und Positionen.

Auch wenn viele beim öffentlichen Dienst in erster Linie an Beamte denken, so ist doch dieüberwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer– rund 62,6 Prozent –nur angestellt. Auch ihnen steht eine große Zahl an unterschiedlichsten Berufen zur Auswahl und immer häufiger übernehmen Angestellte auch Aufgaben, die früher nur Beamten vorbehalten waren. Doch im Gegensatz zu Angestellten müssen Anwärter auf die Beamtenlaufbahn einem vom Staatfestgeschriebenen Anforderungsprofilentsprechen. (Quelle: BMI)

Sicher in die Zukunft

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Höchsteintrittsalter

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Wer in den Vorbereitungsdienst eintreten will, darfnicht älter als 32 Jahresein. FürSchwerbehinderteliegt die Altersgrenze bei 40 Jahren. Bewerber, die durch die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger oder Kinder benachteiligt sind, können sich aufAusnahmereglungenberufen. Der Aufstieg innerhalb der verschiedenen Laufbahnen ist, wenn auch mit Einschränkungen, durchaus möglich.

Zahlen, Daten, Fakten

Rund 5,0 Millionen Menschen in Deutschland waren 2021 im öffentlichen Dienst von Bund, Ländern und Gemeinden tätig, davon 34 Prozentin einemBeamtenverhältnis,

62,6 ProzentArbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerund 3,4 ProzentZeit- oder Berufssoldaten. (Quelle: BMI)

Voraussetzungen für eine Bewerbung als Beamter

Wer Beamter werden möchte, mussbesondere Voraussetzungenerfüllen, die an Angestellte im Staatsdienst nicht gestellt werden:

  • Deutsche Staatsbürgerschaftoder Bürgerschaft in einem EU-Mitgliedstaat (mit wenigen Ausnahmen).
  • Eintreten für die freiheitliche, demokratische Grundordnung, die imGrundgesetzverankert ist.
  • Körperliche und geistigeGesundheit, die eine uneingeschränkte Dienstfähigkeit erlaubt.
  • Beischwerbehinderten Bewerberndarf eine Dienstunfähigkeit nicht innerhalb der nächsten fünf Jahre vorhersehbar sein.
  • Der Bewerber darf in den letzten fünf Jahrenkeine Haftstrafeverbüßt haben.

Erforderliche schulische Vorbildung

Um eine Beamtenlaufbahn anzutreten, braucht man eine entsprechende schulische Vorbildung.

  • Einfacher Dienst:Hauptschulabschluss.
  • Mittlerer Dienst:Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit anschließendem Abschluss einer entsprechenden Berufsausbildung.
  • Gehobener Dienst:Fachhochschulreife oder Hochschulreife, in verschiedenen Bereichen auch ein abgeschlossenes Fachhochschulstudium.
  • Höherer Dienst:Abgeschlossenes Hochschulstudium oder Mastertitel einer Fachhochschule.

Beamte dürfen nicht vorbestraft sein

Die sogenannteFähigkeit, ein öffentliches Amt auszuüben, bedeutet, dass man in den letzten fünf Jahren keine Haftstrafe verbüßen musste, die länger als ein Jahr lang war.

Wer eine solche Freiheitsstrafe erhalten hat, verliert für maximal fünf Jahre das Recht, öffentliche Ämter zu bekleiden.

Ausbildung zum Beamten

Die Ausbildungsabläufe sind sehr unterschiedlich und genau auf die später auszuübende Tätigkeit abgestimmt. Begonnen wird mit demVorbereitungsdienst. Er dient der theoretischen und praktischen Ausbildung und kann – je nach Dienstlaufbahn – von sechs Monaten bis zu drei Jahren dauern.

  • Einfacher Dienst:Die Vorbereitungszeit von sechs Monaten wird mit einerVerwendungsprüfungabgeschlossen.

  • Mittlerer Dienst:Die Vorbereitung kann hier – je nach Fachrichtung – zwei bis zweieinhalb Jahre dauern. Davon sind mindestens sechs Monate an einer Verwaltungsfachschule zu absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss wird eineLaufbahnprüfungdurchgeführt.

  • Gehobener Dienst:Der gehobene Dienst beginnt mit einer dreijährigen Vorbereitungszeit, davon sind 18 bis 21 Monate an einer Fachhochschule der öffentlichen Verwaltung zu absolvieren. Der Vorbereitungsdienst wird mit einemakademischen Grad, beispielsweise Diplom-Verwaltungswirt (FH), abgeschlossen. Ausnahmen bilden die Lehrkräfte, da ein abgeschlossenes Lehramtsstudium für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst Voraussetzung ist.

  • Höherer Dienst:Die Ausbildung zum höheren Dienst erfolgt durch ein zumeist zweijähriges Referendariat und schließt mit einerExamensprüfungab.

  • Beamter auf Lebenszeit:Absolventen des Vorbereitungsdienstes werden zumBeamten auf Probeernannt und durchlaufen eine Probezeit im gewählten Fachbereich. Hat der Absolvent dann das 35. Lebensjahr noch nicht erreicht und stimmen die Eignung, die Befähigung sowie die fachliche Leistung mit den Vorstellungen des Dienstherrn überein, kann er zumBeamten auf Lebenszeitberufen werden.

Gehalt und Urlaub

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Während Angestellte nach demTarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD)bezahlt werden, erhalten Beamte, Richter und Soldaten eine sogenannteBesoldung, die durch dasBundesbesoldungsgesetz (BbesG)festgelegt wird. Die Höhe der Besoldung richtet sich nach der jeweiligen Laufbahn, dem Dienstalter und der Leistung.

DerUrlaubstaffelt sich für Angestellte und Beamtenach dem Lebensalter. Beschäftigte der Länder haben bis zum vollendeten 30. Lebensjahr 26 Tage Urlaub bei einer Arbeitswoche von 5 Tagen, bis zum 40. Lebensjahr sind es 29 Tage und danach 30 Tage. Zusätzliche Urlaubstage oder Sonderurlaube sind darüber hinaus geregelt und können im Einzelfall ebenfalls genommen werden.

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Vorteile des Beamtenstatus

  • Große Auswahl an unterschiedlichen Berufen
  • Sicherer Arbeitsplatz:Beamte können nicht gekündigt werden. Sie können lediglich nach disziplinarischen Verfahren oder wegen Dienstunfähigkeit aus dem Dienst entlassen werden.
  • Viele Fortbildungsmöglichkeiten
  • Gehalt und Altersversorgung sind fest geregelt:Gehalt und Altersversorgung sind durch Besoldungsgruppen per Gesetz geregelt. Gehaltsverhandlungen entfallen deshalb. Auch die Versorgung bei Krankheit oder im Ruhestand ist gesetzlich geregelt.
  • Geregelte Arbeitszeiten
  • Zuverlässige Gehaltsauszahlung:Jeden Monat wird das Gehalt sicher und pünktlich ausgezahlt.
  • Zeitlich unbegrenzte Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
  • Gezielte Förderung von Frauen
  • Gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf:Teil- und Gleitzeit sind meistens möglich.
  • Viele Vergünstigungen:Sonderkonditionen bei Versicherungen und Banken.
  • Arbeitsplatz in der Nähe des Wohnortes
  • Bezahlte Überstunden
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Nachteile des Beamtenstatus

  • Kein Streikrecht:Bürgerrechte wie der Streik entfallen, weil sich Beamte zu Gesetzestreue und Gehorsam verpflichten. Verstöße können bis zur Entlassung führen.
  • Geringerer Verdienst:Im Vergleich zur freien Wirtschaft ist die Vergütung im einfachen und mittleren Dienst meist niedriger.
  • Lange Arbeitszeiten:Nach derArbeitszeitverordnung (AZV)für Beamte liegt die wöchentliche Arbeitszeit bei 41 Stunden.
  • Starre Hierarchien:Besonders in Verwaltungsberufen gibt es oft wenig Gestaltungsspielraum
  • Keine freie Aufgabenwahl:Ein Beamter ist verpflichtet, die Arbeit zu übernehmen, die ihm zugewiesen wird.
  • Vorkasse im Krankheitsfall:Beamte unterliegen nicht der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht, da sie im Krankheitsfall eine Beihilfe vom Staat erhalten, die 50 bis 80 Prozent der Kosten abdeckt. Der Rest kann über eine private Krankenversicherung abgedeckt werden, für deren Leistung in Vorkasse getreten werden muss.
  • Verlust der Pension durch Straftaten:Auch imRuhestandkann ein ehemaliger Beamter seinen Pensionsanspruch durch eine Straftat verlieren.

Test: Welche Stelle passt zu mir im öffentlichen Dienst?

Gerade weil das Berufsangebot im öffentlichen Dienst so groß ist, ist die Auswahl oft nicht leicht.

Mit demOnline-Berufsauswahlhelferkann man sich einen ersten Überblick darüber verschaffen, welcher Job zu den eigenen Wünschen am besten passt.

Weitere Informationen

Voraussetzungen für Ausbildung und Karriere im öffentlichen Dienst

Interessenten können sich bei der Arbeitsagentur über die verschiedenenBerufszweige und Einstiegsmöglichkeitenerkundigen. Außerdem sind dieInternetportale der Landesregierungenoder der verschiedenen Städte gute Anlaufstellen, um sich Informationen oder gegebenenfalls schon Stellenangebote einzuholen.

Bundesagentur für Arbeit

Beamte werden auch über dieBundesagentur für Arbeitvermittelt. Hier sind weiterführende Informationen und Stellenangebote zu finden.

Stellenangebote

Weitere Jobangebote im öffentlichen Dienst findet man unter anderem bei Service onlineoder beiInteramt, dem Stellenportal des öffentlichen Dienstes.

Wie wird man Beamter?

Auf der SeiteBeamter werdenstehen alle wichtigen Infos zu Bewerbung, Gehalt und Verlauf der Ausbildung.

Tarife & Gehaltsrechner

Alles, was das Gehalt betrifft, und viele weitere Informationen sind auf der SeiteÖffentlicher Dienst.Infozusammengefasst.

Die populärsten Berufe im öffentlichen Dienst

WelcheBerufesind besonders beliebt und wie bewirbt man sich am besten?

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Zuletzt aktualisiert: Juni 2021

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Ausbildung und Karriere im öffentlichen Dienst (2024)

FAQs

Welche Ausbildung brauche ich um im Rathaus zu arbeiten? ›

Arbeiten bei Stadt, Gemeinde oder Landkreis: Einstiegsmöglichkeiten und Berufsfelder
  • der Einstieg in die Beamtenlaufbahn im mittleren oder gehobenen Dienst durch eine Ausbildung oder ein duales Fachhochschulstudium.
  • oder eine entsprechende Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte/r oder Verwaltungsinspektor/in.
Apr 1, 2021

Was braucht man um in der Verwaltung zu arbeiten? ›

Für eine Ausbildung in der Allgemeinen Verwaltung benötigen Sie den Mittleren Schulabschluss (MSA; ehemals Realschulabschluss) oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand.

Welche Berufe sind amtlich? ›

Berufe: Öffentlicher Dienst und Verwaltung
  • Polizeikommissar / Polizeikommissarin. ...
  • Kaufmann / Kauffrau für Büromanagement. ...
  • Sozialversicherungsfachangestellter / Sozialversicherungsfachangestellte. ...
  • Polizeivollzugsbeamter / Polizeivollzugsbeamtin im gehobenen Dienst.

Was muss ich studieren um im öffentlichen Dienst zu arbeiten? ›

Das Öffentliche Verwaltung-Studium bietet Dir die Möglichkeit, nach Deinem Abschluss als Beamter im gehobenen Verwaltungsdienst tätig zu werden.

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Author: Pres. Carey Rath

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